über Die Magie der Fotografie

Leica M. Ständiger Begleiter bei der Street Photography

Magie – zugegeben, das hört sich in der Zeit der digitalen Pixelwelten schon etwas oldschool an. Die analoge Fotografie mit Film und der Arbeit in der Dunkelkammer hatte davon gefühlt sicherlich mehr. Aber es hängt auch immer davon ab, wonach man in der Fotografie sucht, wenn man sich mit ihr beschäftigt, und was man als Magie versteht.

 

Allein die Tatsache, dass man einen unwiederbringlichen Moment in einem Bruchteil einer Sekunde in seiner Komplexität optisch festhalten kann, ist in meinen Augen schon Magie. Wie und in welchem Ausschnitt dieser Moment festgehalten wird, entscheidet jeder Fotograf ganz individuell. Denn in der kurzen Zeit der Aufnahme kommen zum Moment Perspektive, Lichtführung und Komposition hinzu. Das Zusammenspiel aller Komponenten entscheidet dann darüber, ob ein Bild die Magie des Augenblicks zu vermitteln vermag.

 

Joel Meyerowitz hat das in einem Satz auf den Punkt gebracht: „What you put in the frame determines the photograph“. (Das dazugehörige Interview gibt es hier)

 

 

Meine Arbeit mit der Leica M

Ich habe mich irgendwann bewußt für die Leica M Monochrom entschieden. Natürlich gibt es viele Kamerasysteme. Und natürlich kann man mit allen Systemen gute Fotos machen. Aber das Gefühl von puristischer Schwarz-Weiß-Fotografie vermitteln sie nicht. Mit einer Leica M zu fotografieren heißt in erster Linie die Welt neu zu entdecken. Entdecken bedeutet dabei nicht das Studium irgendwelcher Fotolooks und automatischer Helferlein (da sind nämlich keine), sondern es bedeutet die Rückkehr zum energetischen Zentrum der Fotografie – dem Sehen und Fühlen.

Eigentlich ist die M-Fotografie wie Bogenschießen ... Die Kamera ist das Gedächtnis eines besonderen Momentes. Bringe sie auf eine Linie mit dem Motiv, deinem Auge und dem Herzen – und löse aus. In einer 60stel Sekunde geschieht das Wunder. Ein Bild, welches mehr ist als ein perfekt gestaltetes Abbild. So die Theorie ...

Bei mir bedeutete es im Laufe der Zeit außerdem Blut, Schweiß und Tränen. Denn es ist – wie beim Bogenschießen – in erster Linie alles erst einmal sehr viel Übung. Gewöhnt an Automatik und Autofokus gab Situationen, da hatte ich das Gefühl, die Kamera würde sich besser zum Werfen als zum Fotografieren eignen. Aber in genau diesen Unwegsamkeiten steckt meines Erachtens auch das Potential zum Besonderen, zur Magie. Perfektion ist langweilig, weil erklärbar, technisch und für jeden erlernbar. Magie ist weder erklärbar, erlernbar, noch kalkulierbar … Magie geschieht.

 

 

Meine Begegnung mit der Leica M

Leica hatte auf Prospekten für die Leica M6 und M7 den Werbeslogan „my point of view“. Ein Satz, der zu jener Zeit eine starke emotionale Botschaft für ein technisches Produkt wie eine Leica M war. Eine Leica M symbolisierte damals wie heute Individualität.

 

Für mich wirkte der Leica Slogan „my point of view“ wie das Tor zur erlebbaren Magie. Oder sagen wir besser, ich war als Student doch ziemlich anfällig für diese Art von Werbung ... Produktfotos der Leica M, ganz pur und gradlinig fotografiert, kombiniert mit Schauspielerfotos von Jim Rakete unterstrichen damals diese Werbebotschaft im Prospekt für die Leica M6 TTL 0,56. Ein Kommunikationskonzept, das sich bis heute nicht wesentlich verändert hat und aus meiner Sicht noch immer funktioniert.

 

Meine erste Leica war allerdings keine Leica M6 sondern eine M2, welche ich noch immer besitze und die mich bis heute nicht ein einziges Mal im Stich gelassen hat. Gekauft habe ich sie nach meinem Studium von meinem ersten Gehalt. Es folgte später eine Leica M6 – immer noch meine erste Wahl, wenn es um analoge M-Fotografie geht – und dann die Leica M Monochrom, meine ständige Begleiterin.

 

 

Meine Objektive an der Leica M

Leica M Objektive. Eigentlich gibt es nichts, was man noch über sie schreiben muss, denn es ist bereits von so vielen Leica Enthusiasten über sie geschrieben worden. Leica M Objektive sind kompakt, robust und von extrem guter optischer Qualität (Punkt)

Ich persönlich nutze auf Reisen hauptsächlich das 50er und 35er von Leica, so wie es schon Henri Cartier-Bresson tat; halt mein persönlicher Geschmack. Das Tele, ob 90er oder gar 135er, nutze ich kaum und Weitwinkel, die einen größeren Winkel als 28 mm haben, empfinde ich an der Leica M oft zu umständlich, da man einen zusätzlichen externen Sucher braucht.

 

Wichtiger als das Objektiv selbst ist meines Erachtens die Fähigkeit, das Objektiv zu verstehen. Was hilft es mir zu wissen wie gut ein Objektiv ist, wenn ich nichts damit anfangen kann. Was bewirkt ein 28er, 35er, 50er, 90er, ... , wenn ich es an meine Kamera setze und wie setze ich es ein. Leica M Objektive haben alle etwas gemeinsam: man muss mit ihnen bewusst fotografieren. Und nur dann entstehen auch Bilder die vielleicht das Potential haben, die Zeit zu überdauern.

 

Wer sehen kann, kann auch fotografieren. Sehen lernen kann allerdings lange dauern.
Werbespruch der Leica-AG